Workshops

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Workshops Block 1

Politische Planung in Hinsicht auf neue Gesetze (ProstSchutzG, MHGesetz)

Das neue Prostituiertenschutzgesetz tritt ab Juli 2017 in Kraft. Es soll Frauen in der Prostitution besser vor Ausbeutung schützen, wird jedoch von vielen NGOs als unzureichend kritisiert. Welche Gesetze und Bestimmungen braucht Deutschland, um wirklichen Schutz zu gewährleisten und wie kann unser Bündnis dies weiter vorantreiben?

Frank Heinrich, MdB, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe. Als Sozialarbeiter und Heilsarmeeoffizier seit vielen Jahren mit dem Thema Menschenhandel befasst. Gemeinsam mit Thorsten Riewesell ist er Gründer des Bündnisses Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V.. Heinrich ist Mitherausgeber des Buches „Der verdrängte Skandal. Menschenhandel in Deutschland“.

Inge Bell, Publizistin, Film Produzentin, und Medientrainerin. Sie ist aktiv in verschiedenen Vereinen und Organisationen und ist europaweit als Vortragsrednerin zu Zwangsprostitution und Menschenhandel tätig. Sie ist stellvertretende Vorsitzende von SOLWODI Bayern e.V.  Im Oktober 2012 wurde Inge Bell für ihr Engagement gegen Menschenhandel das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Kooperation mit der Polizei und anderen Organisationen

Streetworker erkennen häufig die Zwangslage von Opfern im Milieu, können aber nicht helfen, da die Opfer selbst eine Aussage machen müssten. Die meisten Opfer verweigern eine Aussage aus Angst vor den Tätern. Nach dem Ausstieg erhalten Menschenhandelsopfer nur dann wirklichen Schutz durch die Polizei, wenn sie zu einer Aussage bereit sind. Wie ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Streetworkern, Opferschutzorganisationen und Polizei möglich?

Prävention

Präventionsmaßnahmen wie Aufklärung an Schulen sind wichtig, um junge Menschen vor den Gefahren des Menschenhandels zu warnen. Dennoch glauben viele nicht, dass es sie persönlich treffen könnte. Wie können mögliche Opfer im Vorfeld besser vor den Tricks der Menschenhändler geschützt werden? Welche Maßnahmen gibt es im In- und Ausland? Was muss noch getan werden?

Tabea Dorka arbeitet beim Netzwerk gegen Menschenhandel e.V. als Koordinatorin der Multiplikatoren/innen-Schulungen
zum Präventionsprogramm für Jugendliche zur Aufklärung über die "Loverboy"-Methode “Liebe ohne Zwang”.

Daniela Marinache unterstützte als internationale Stipendiatin die Menschenrechtsarbeit des Deutschen Bundestags. Sie sammelte Erfahrungen als NGO- Aktivistin, Freelancer-Trainerin und Mitarbeiterin einer politischen Institution. Heute arbeitet sie für Solwodi in Rumänien.

Ausstiegsmöglichkeiten

Welche Möglichkeiten gibt es aus der Prostitution auszusteigen? Kann ein Ausstieg auch ohne ein Schutzhaus gelingen? Mit welchen Problemen und Herausforderungen kämpfen die Frauen? Was sind wichtige Faktoren für den erfolgreichen Ausstieg? Dies wird an Fallbeispielen aufgezeigt.

Sabine Constabel, Sisters e.V., ist Sozialarbeiterin und arbeitet seit 25 Jahren mit Prostituierten und Aussteigerinnen, macht Öffentlichkeitsarbeit und berät die Politik. Außerdem ist sie 1. Vorsitzende des Vereins SISTERS in Stuttgart.

Prostitutionsmodelle in EU, auch das Nordische Modell

Über Modelle der Liberalisierung oder des Verbots von Prostitution wird in europäischen Ländern viel diskutiert. Welche Modelle existieren in der EU und welche Folgen haben diese für das jeweilige Land? Was bedeutet das jeweilige Modell für die Arbeitsbedingungen in der Prostitution und die Möglichkeiten der Bekämpfung des Menschenhandels?

Manuela Schon ist Mitbegründerin des Netzwerk Abolition 2014 - Für eine Welt ohne Prostitution.  Sie ist international vernetzt mit Prostitutionsüberlebenden und AktivistInnen, die sich für die Implementierung des Nordischen Modells einsetzen und referiert regelmäßig zu Prostitutionsthemen im In- und Ausland. Manuela Schon ist auch Mitglied im Verein Sisters e.V., der politische Expertise und Ausstiegshilfen für prostituierte Frauen anbietet.

Gesundheit von MitarbeiterInnen und KlientInnen

Opfer von Zwangsprostitution sind geprägt von traumatisierenden Erlebnissen, die sie auch nach dem Ausstieg noch lange begleiten. Wie gelingt ein gesunder Umgang mit dem Erlebten?

In der Arbeit mit Frauen in der Prostitution oder mit Aussteigerinnen kommen Mitarbeiter täglich in Kontakt mit emotional belastenden Situationen. Wie können sie selbst das Erlebte verarbeiten und andere auf eine gute Weise begleiten? Besonders im Hinblick auf eine langfristige Mitarbeit ist emotionale Gesundheit sehr wichtig.

Dr. Carita Fahlbusch, Gebürtige Finnin, Ärztin, Traumatherapeutin und Pastorin in Hamburg, 4 erwachsene Kinder und 3 Enkelkinder. Langjährige Erfahrung als Begleiterin von Menschen in psychischen Notsituationen sowie Seelsorge. Traumatherapie in einzel- resp. paartherapeutischem Kontext, Seminar-und Supervisionstätigkeit.

Workshops Block 2

Wie kann ich mich gegen Menschenhandel einbringen? (Aufbau von Grundlagenwissen)

Die Not und Hoffnungslosigkeit der Opfer von Menschenhandel ist überwältigend und die Problematik hat riesige Ausmaße angenommen. Mehr denn je ist es wichtig, dass viele Menschen gegen Menschenhandel aufstehen. Gemeinsam ist das Problem lösbar! In dem Workshop soll das Phänomen beschrieben und verschiedene Möglichkeiten des Engagements vorgestellt werden.

Gerhard Schönborn arbeitet seit vielen Jahren als Streetworker für den Verein NEUSTART e.V. Zudem leitet er die Öffentlichkeitsarbeit des Berliner Vereins.

Austausch Schutzhäuser

Seit kurzer Zeit entstehen immer mehr Häuser in Deutschland, die Frauen aus der Zwangsprostitution unbürokratisch aufnehmen und Schutz gewähren. Da Frauen aus der Prostitution häufig durch alle Raster der Versorgung im Deutschen Hilfesystem fallen, gibt es in der Begleitung der Frauen in ein neues Leben allerlei Herausforderungen. Dieser Workshop soll Mitarbeitern der Frauen-, Schutz-, und Transitionshäusern und Interessierten zum Austausch dienen.

Moderation: Gaby Wentland, 1. Vorsitzende MISSION FREEDOM e.V., im Vorstand von „Gemeinsam gegen Menschenhandel“ und im Hauptvorstand der „Evangelischen Allianz in Deutschland“.

Austausch Streetworker (Strich)

Mit welchen Herausforderungen kämpfen Streetworker aktuell auf dem Straßenstrich? Welche Erfolgsfaktoren gibt es in der Begleitung der Frauen und in der Ausstiegshilfe? Wie kann man Frauen in der Zwangsprostitution helfen? Dieser Workshop soll Streetworkern auf dem Straßenstrich und anderen Interessierten zum Austausch dienen.

Moderation: Marika Magdeburg, Alabaster Jar e.V.

Austausch Bordell-/Wohnmobil-/Wohnungseinsätze

Welche Herausforderungen begegnen den Streetworkern in Bordellen und wie kann man Frauen beim Ausstieg begleiten? Dieser Workshop richtet sich an die Streetworker, die in Bordelle, Wohnwagen und Wohnungen gehen und unter anderen Umständen mit den Frauen in Kontakt treten als die Streetworker auf dem Straßenstrich.

Austausch Prävention, Information und Öffentlichkeitsarbeit

Auf welche Art und Weise kann die Problematik Menschenhandel weiter in die Öffentlichkeit getragen werden? Wie sieht wirksame Öffentlichkeitsarbeit und Präventionsarbeit aus? Dieser Workshop soll Austausch zwischen Mitarbeitern in der Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit ermöglichen und Interessierten einen Einblick in die Arbeit geben.

Moderation: Dietmar Roller, International Justice Mission e.V., ist Experte für Menschenrechte und Vorstandsvorsitzender der Organisation International Justice Mission in Deutschland.

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