Programm Fachtagung

Thema

Alle von Deutschland unterzeichneten internationalen und europäischen Instrumente zur Bekämpfung des Menschenhandels bezeichnen das Verringern der Nachfrage als wichtige Maßnahme, um gegen Menschenhandel vorzugehen.

Obwohl gemäß der für Deutschland verbindlichen EU-Richtlinie 2011/36/EU Mitgliedstaaten dazu aufgefordert werden Maßnahmen zu ergreifen, um die Nachfrage, die alle Formen von Ausbeutung fördert, zu senken und ihr entgegenzuwirken, gibt es in Deutschland derzeit äußerst wenige derartige Initiativen und Maßnahmen, die Nachfrage in den Fokus nehmen, insbesondere im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung. 

Gemeinsam mit interessanten Sprechern aus verschiedenen Ländern möchten wir erkunden, wie Ansätze aussehen können, die die Nachfrage nach Opfern von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung verringern und eine Plattform bieten, um im "Think Tank" und in Workshops Ideen und Strategien weiterzuentwickeln.

Freitag, 22. Februar 2019

Ab 10:00 Uhr Ankunft und Anmeldung, Begrüßungskaffee

Beginn 11:00 Uhr

Grußwort und Einführung - Frank Heinrich, MdB und Angelika Franke, Gemeinsam gegen Menschenhandel 

Grußwort - Dr. Otmar Oehring, Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Bedeutung der Nachfragereduzierung für die Bekämpfung des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und die Bestimmungen internationaler Übereinkommen 
Dr. Myria Vassiliadou (Videobotschaft), EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels

Ansätze zum Umgang mit der Nachfrage - Europa und Deutschland
Helga Gayer, Mitglied der Expertengruppe "GRETA" (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings) des Europarats

Der Honeyball-Report: Politische Maßnahmen, die der Nachfrage entgegenwirken
Mary Honeyball, Europaabgeordnete und Berichterstatterin des nach ihr benannten Honeyball-Reports

13:15 - 14:15 Uhr Mittagessen

14:15 - 15:00 Uhr Die Freierbestrafung in Schweden Simon Häggström, Kriminalinspektor der Prostitutionseinheit in Stockholm

15:00 - 16:00 Uhr Podiumsdiskussion (Schwerpunkt Politik) und Fragerunde mit den Referenten (Helga Gayer, Mary Honeyball, Simon Häggström, Stephan Strehlow LKA Berlin)

16:00 - 16:30 Uhr Kaffeepause

16:30 - 18:00 Vorstellung der Kampagne #IchBinKeinFreier und Vorstellung von Zéromacho mit Podiums-Think Tank „Wie kann man männliche Emanzipation von sexistischen männlichen Rollenmustern (was zu Unzufriedenheit in der Sexualität und zum Freiersein führt) vorantreiben? Inhalte und Strategien der Verbreitung in der Öffentlichkeit und Finanzierungen für Kampagnen gegen Sexkauf“

    • Fréderic Robert, Zéromacho Frankreich
    • Justyna Koeke und Tara da Lana oder Helena Dadakou, Video-Aktion #IchBinKeinFreier mit Künstlerinnen aus Stuttgart
    • Gene McConnell, Alaska, Experte für Scham und ihre Auswirkungen, Entwicklung von Programmen, die sich mit den Wurzeln dessen befassen, warum Männer Pornografie und Menschenhandel konsumieren
    • Johnny Nesslinger, Unternehmer, Trainer und Personenschützer, der sich auch im Rahmen seiner Sicherheitsfirma THE BLACK TOWER SECURITY aktiv gegen Menschenhandel & Sexkauf einsetzt und den angeblich gegebenen männlichen Bedarf an Prostitution kritisch hinterfragt
    • Neil Giles, Director STOP THE TRAFFIK, Centre for Intelligence Led Prevention

18:00 - 20:00 Uhr Networking und Ausklang bei Häppchen

Samstag, 23. Februar 2019

Ab 9:30 Uhr Ankunft und Anmeldung, Begrüßungskaffee

Beginn 10:00 Uhr

Der Zusammenhang zwischen Pornographie und Menschenhandel
Gene McConnell, Alaska, Experte für Scham und ihre Auswirkungen, Entwicklung von Programmen, die sich mit den Wurzeln dessen befassen, warum Männer Pornografie und Menschenhandel konsumieren.

Menschenhandel in Deutschland: Die Methoden der Menschenhändler und welche Rolle spielt unser Staat dabei?
Eine psychologische und erfahrungsorientierte Analyse

Dr. Ingeborg Kraus, Diplompsychologin und Traumatherapeutin und Sandra Norak, Loverboy-Opfer und angehende Juristin (Univ.)

12:15 - 13:15 Uhr Mittagessen

13:15 - 14:15 Uhr Workshops / Diskussionsrunde 1. Durchlauf

14:15 - 14:45 Uhr Kaffeepause

14:45 - 15:45 Uhr Workshops / Diskussionsrunde 2. Durchlauf

15:45 - 16:00 Uhr Fazit

Workshops

1: Workshop "Pornografie und Menschenhandel"

(Englisch, Übersetzung auf Deutsch)

Gene McConnell, Alaska, Experte für Scham und ihre Auswirkungen, Entwicklung von Programmen, die sich mit den Wurzeln dessen befassen, warum Männer Pornografie und Menschenhandel konsumieren

Scham verstehen: Scham ist die Wurzel des Konsums von Pornografie und Sexkauf, sowohl für den Käufer als auch für den Menschenhandel. Lernen, wie man Scham nicht benutzt, wenn man den Käufer konfrontiert. Ihn zu beschämen mag wie der beste Weg erscheinen, aber in Wirklichkeit lässt die Anwendung von Beschämungstaktiken ihn nur untertauchen.

Was bringt echte Veränderungen in Herz und Verstand des Käufers? Entwicklung von Programmen, die sich mit den Wurzeln dessen befassen, warum Männer Porno und Menschenhandel konsumieren. Adressierung der Wurzel des Problems, durch die Entwicklung von Lehrplänen, die Zusammenarbeit mit Organisationen für psychische Gesundheit und die Bereitstellung von Programmen für Männer, um Hilfe zu erhalten. Eine Herzveränderung zu bewirken, wird ein Umfeld schaffen, in dem Männer nicht mehr als Verbraucher gelten. Menschenhandel wird kein Thema mehr sein, wenn es weder Geld noch Verbraucher gibt.

Porno & Sexsucht: Wenn es eine Sucht gibt, ist der Versuch, ein Verhalten zu stoppen, erfolglos, es sei denn, der Süchtige bekommt Hilfe. Viele Verbraucher sind Porno- und Sexsüchtige und obwohl sie wissen, was sie tun, sind sie immer auf der Suche nach dem nächsten High. Zu erkennen, dass dies eine Sucht ist, ist wichtig, denn Sensibilisierungsprogramme (obwohl wichtig) helfen dem Süchtigen nicht, aufzuhören. Sie wissen zum größten Teil bereits tief im Inneren, dass das, was sie tun, falsch ist, sie können einfach nicht aufhören.

The Power of Porn: Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Pornografie und Menschenhandel. Porno entmenschlicht Frauen und Kinder und schafft so die Einstellung, dass Frauen und Kinder Waren sind, die gekauft, verwendet und entsorgt werden müssen. Gene hat Jahre der Forschung und der Co-Präsentation mit der Los Angeles Child Exploitation Unit und ihren Porno- und Rotlicht-Distrikt-Vize-Truppen durchgeführt. Man kann den Menschenhandel nicht stoppen, ohne sich mit dem Thema Pornografie zu befassen. Porno ist der Saatgut-Sack, der die Ideen der Entmenschlichung, der Versachlichung und damit die Früchte des Menschenhandels mit Frauen und Kindern hervorbringt.

2: Workshop "Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verstehen und verhindern"

Dr. Ingeborg Kraus, Psychologin und Fachtherapeutin in Psychotraumatologie und Sandra Norak, Loverboy-Opfer und angehende Juristin (Univ.)

Wie werden Menschen in die Prostitution gebracht? Wie werden sie dort gehalten? Welche Mechanismen können aus psychologischer Sicht wirken? Die Erfahrungen und Ansichten einer Betroffenen und einer Psychotraumatologin.

"Bei vielen Opfern von Menschenhandel erscheint es so, als ob sie freiwillig in die Prostitution eingestiegen sind. Sehr häufig sprechen sie zunächst selbst von Freiwilligkeit, zum Beispiel in den sog. Loverboy-Fällen. Auch Sandra Norak war sich damals als noch Minderjährige der Manipulation und Täuschung durch ihren Loverboy nicht bewusst. Sie hat erst nach ihrem Ausstieg und einer längeren Zeit der Aufarbeitung verstanden, dass ihre Rekrutierung in die Prostitution und die Ausbeutung dort vom ersten Chat-Kontakt an geplant war und auch sie ein Opfer von Menschenhandel ist. Betrachtet man diese Formen des Menschenhandels, so ist es schwierig, die Opfer erkennen zu können, auch für die Strafverfolgungsbehörden. Den Menschen wird das Dasein dieser Frauen in der Prostitution als lustvolle Sexarbeit verkauft. Untersuchungen haben belegt, dass sog. Push-Faktoren, darunter auch Gewalt und Missbrauch in der Vergangenheit der Opfer und daraus entstandene Traumafolgen, von den Menschenhändlern gezielt benutzt und für ihre Ziele der sexuellen Ausbeutung missbraucht werden, indem sie dadurch ein viel leichteres Spiel haben ihre Opfer von sich abhängig zu machen und sie in die Prostitution zu drängen. Der Bericht vom BKA zum Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2017 spricht von 489 Opfern des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in Deutschland. Diese Zahlen spiegeln nicht im Ansatz die Realität wieder und es ist wichtig die durch die Täter eingesetzten psychologischen Mechanismen sowie oft daraus entstehende Täterbindungen zu durchschauen und zu erkennen, denn Menschenhändler gehen auch laut einem Bericht der Europäischen Kommission immer mehr dazu über sich hinter dem Schein der Selbstständigkeit der Prostituierten zu verstecken, sodass der Menschenhandel nach außen hin unsichtbarer wird. Wir müssen davon ausgehen, dass ca. 90 % der Prostitution in Deutschland durch Formen von Zwang ausgeübt wird und dass es eine immense Anzahl von Menschenhandelsopfern sowie Opfern von Zwangsprostitution gibt. Zugespitzt: wenn Fachleute von 400.000 - 1.000.000 Prostituierten in Deutschland sprechen, dann müssen wir mit Hunderttausenden von Opfern rechnen. Deutschland ist nicht nur zum Bordell Europas geworden, sondern auch zum Eldorado für Menschenhändler." Dr. Ingeborg Kraus, 2019

3: Workshop und Austausch "Freedom Businesses und ihre Notwendigkeit für Opfer von Menschenhandel"

Daniel Ostertag, Made for Humanity e.V.

. Was ist ein Freedom Business?
. Notwendigkeit von Freedom Business für Opfer von Menschenhandel
. Erfahrungen, Know-How & Inspiration aus der Praxis von [eyd] Humanitarian Clothing
. Einblick Reintegrations-Projekt für Deutschland von Made for Humanity e.V.
. Fragen & Austausch zur Thematik
. Möglichkeit zum Austausch & Netzwerken
. Treffpunkt für Interessierte, Kooperationen, Unterstützer etc.

Made for Humanity e.V. informiert über das Thema Zwangsprostitution und setzt sich für die Reintegration von Opfern von Menschenhandel ein um neue Lebensperspektiven zu ermöglichen. Mit einer Kombination aus Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsangebot, psychologische Betreuung & Vermittlung von Lebenskompetenzen (z.B. Umgang mit Geld, Hygiene usw.) bekommen Frauen die Chance auf ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Dies geschieht bereits in Kooperation mit der Organisation „CHAIIM Foundation" in Indien und dem Freedom Business [eyd] Humanitarian Clothing aus Stuttgart.

Auch in Deutschland bringen sie dieses Thema voran und planen ein Trainings- und Werkstatthaus zur Reintegration der Frauen in Stuttgart.
» Mehr Infos zu Made for humanity e.V. finden Sie unter http://www.madeforhumanity.com/

4: Diskussionsrunde Vertiefung des Think Tanks

„Wie kann man männliche Emanzipation von sexistischen männlichen Rollenmustern (was zu Unzufriedenheit in der Sexualität und zum Freiersein führt) vorantreiben? Inhalte und Strategien der Verbreitung in der Öffentlichkeit und Finanzierungen für Kampagnen gegen Sexkauf“

  • Fréderic Robert, Mitgründer von Zéromacho. Zeromacho ist Teil des französischen Kollektivs „Abolition”, welches 62 Gruppierungen vereinigt, die sich gegen das System der Prostitution engagieren. Zeromacho ist Teil der internationalen Vereinigung MenEngage. Jungen und Männer für Geschlechtergleichheit

  • Justyna Koeke, Tara da Lana, Helena Dadakou,  Sisters e.V., Künstlerinnen, die die Video-Aktion #IchBinKeinFreier in Stuttgart initiiert haben

  • Johnny Nesslinger, Unternehmer, Trainer und Personenschützer, der sich auch im Rahmen seiner Sicherheitsfirma THE BLACK TOWER SECURITY aktiv gegen Menschenhandel & Sexkauf einsetzt und den angeblich gegebenen männlichen Bedarf an Prostitution kritisch hinterfragt

5: Öffentlichkeitsarbeit als ein Tool für Mind Change

(Englisch)

Vorstellung von Best Practises von IJM auf den Philippinen: Evelyn PingulNational Director of Communications, Advocacy and Partnerships

Zehntausende Kinder auf den Philippinen werden Opfer sexueller Ausbeutung über das Internet. Für einige Euro müssen sie sich live vor der Kamera ausziehen. Dirigiert wird „die Show“ über das Internet von Tätern, die meist in westlichen Ländern wie Deutschland sitzen. Erst seit wenigen Jahren haben die philippinischen Strafverfolgungsbehörden dieses Verbrechen auf dem Schirm. Das nationale Team von International Justice Mission (IJM) unterstützt sie dabei, Opfer zu befreien und Fälle in Zukunft effektiv zu verfolgen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die gezielte Zusammenarbeit mit „Agents of Change“ – mit lokalen Meinungsführern und Medien. Evelyn Pingul, National Director of Communications, Advocacy, and Partnerships von IJM Philippinen verantwortet diese Arbeit und nimmt die Workshop-TeilnehmerInnen hinein in Chancen und Herausforderungen von Öffentlichkeitsarbeit, die dringend benötigte Veränderung zum Ziel hat.

Vorstellung von Social-Media-Kampagnen und der "The-Stop-App": Neil Giles, Director STOP THE TRAFFIK, Centre for Intelligence Led Prevention

Das "Centre for Intelligence Led Prevention" ist eine Plattform, um globale Daten von Menschenhandel zu sammeln und mit deren Hilfe sogenannte "Hot Spots" zu identifizieren. Danach werden dort gezielte Kampagnen in Kooperation mit örtlichen Organisationen, oft mit Hilfe von Social Media, durchgeführt. Um Daten überall auf der Welt sammeln zu können, wurde auch federführend von Neil in Kooperation mit IBM THE STOP App entwickelt. Das Motto ist: "Wir können nicht stoppen, was wir nicht sehen".

Mit dem präventiven Ansatz von STOP THE TRAFFIK und durch die Social-Media-Kampagnen konnte bereits ein Beitrag zur globalen Änderung von Bewusstsein und Wahrnehmung zum Thema Menschenhandel geleistet werden. Neil stellt vor, wie eine solche Kampagne vorbereitet und durchgeführt wird und zu welchen weltweiten Ergebnissen und Erfolgen sie geführt hat.

Der Workshop bietet auch die Möglichkeit den Start der Vorbereitung einer solchen Kampagne im Hot Spot Berlin zu geben und eine Arbeitsgruppe dazu zu gründen.

Moderation



Frank Heinrich

Frank Heinrich, MdB, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe. Als Sozialarbeiter und Heilsarmeeoffizier seit vielen Jahren mit dem Thema Menschenhandel befasst. Er ist Mitgründer des Bündnisses Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V. und Mitherausgeber des Buches „Der verdrängte Skandal. Menschenhandel in Deutschland“.

English:

Topic

“Human Trafficking in Germany – Demand in Focus” (22nd + 23rd of February 2019 in Berlin)

All of the international and European instruments signed by Germany to combat trafficking in human beings describe reducing demand as an important measure in achieving this goal.

Although the EU Directive 2011/36/EU, which is binding for Germany, calls on member states to take measures to reduce and counteract the demand that promotes all forms of exploitation, there are currently very few such initiatives and measures in Germany that focus on demand, especially in connection with sexual exploitation.

Together with interesting speakers from different countries, we would like to explore approaches that could reduce the demand for victims of trafficking for sexual exploitation and provide a platform to develop ideas and strategies in a "think tank" and workshops.

Friday, 22nd February 2019

From 10:00 a.m. Arrival and registration, welcome coffee

Start 11:00 a.m.

Greeting and Introduction - Frank Heinrich, Member of Parliament and Angelika Franke, Gemeinsam gegen Menschenhandel 

Greeting - Dr. Otmar Oehring, Konrad-Adenauer-Stiftung

The importance of demand reduction in the fight against trafficking in human beings for the purpose of sexual exploitation and the provisions of international conventions
Dr. Myria Vassiliadou (Video message), EU Anti-Trafficking Coordinator

Approaches to dealing with demand - Europe and Germany
Helga Gayer, Member of "GRETA" (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings) of the Council of Europe

Policies to counter demand / The Honeyball Report
Mary Honeyball, Member of the European Parliament

1:15 - 2:15 p.m.  Lunch

Effects of the “Nordic Model” in Sweden
Simon Häggström, Criminal inspector of the antiprostitution unit in Stockholm

Panel discussion (focus on politics) and question and answer session with the speakers (Helga Gayer, Mary Honeyball, Simon Häggström, Stephan Strehlow State Investigation Office Berlin)

4:00 - 4:30 p.m. Coffee break

4:30 - 6:00 p.m. Presentation of the campaign #IchBinKeinFreier (#IAmNotAJohn) and Zéromacho with podium think tank "How can male emancipation from sexist patterns of male behaviour (which leads to dissatisfaction in sexuality) be promoted? Contents and strategies of public dissemination and financing for campaigns against sex buying"

  • Fréderic Robert, Zéromacho France
  • Justyna Koeke, Tara da Lana or Helena Dadakou, Video-Campain #IchBinKeinFreier (#IAmNotAJohn) with artists from Stuttgart
  • Gene McConnell, Alaska, expert on shame and its effects; development of programs that address the roots of why men consume pornography and victims of human trafficking
  • Johnny Nesslinger, owner of a security company in Tyrol, which is actively engaged in the combat of human trafficking and sex purchase; he questions the alleged male need for prostitution.

6 - 8 p.m.  Networking and closing with snacks

Saturday, 23rd February 2019

From 9:30 a.m. Registration and coffee

Start 10:00 a.m.

The link between pornography and human trafficking
Gene McConnell, Alaska, expert on shame and its effects; development of programs that address the roots of why men consume pornography and victims of human trafficking

"Psychological mechanisms which victims enter into with the perpetrators and which keep them in the cycle of human trafficking”
Dr. Ingeborg Kraus, certified psychologist and trauma therapist and Sandra Norak, former loverboy victim and prospective lawyer

12:15 - 1:15 p.m. Lunch

1:15 - 2:15 p.m. Workshops 1. run

2:15 - 2:45 p.m. Coffee break

2:45 - 3:45 p.m. Workshops 2. run

3:45 - 4:00 p.m. Conclusions

Workshops

1: Workshop "Pornography and human trafficking"

(In English)

Gene McConnell, Alaska, expert on shame and its effects; development of programs that address the roots of why men consume pornography and victims of human trafficking

Understanding Shame: Shame is the root of the consumption Porn and Human Trafficking, both for the consumer and for the one trafficked. Learning how to not use shame when confronting the consumer. Shaming the consumer may seem like the best path, but in reality using shaming tactics only makes the consumer go underground.

What brings real change in the heart and mind of the consumer? Developing programs that address the roots of why men consume porn and human trafficking. Addressing the root of the problem, through developing curricula, partnering with mental health organizations, and providing programs for men to get help. Bringing a heart change, will create an environment with men no longer being a consumer. Human trafficking will no longer be an issue when there is no money or consumer.

Porn & Sex Addiction: When there is an addiction, trying to stop a behavior is fruitless unless the addict gets help. Many consumers are porn & sex addicts and although they know what they are doing, they are always looking for that next high. Realizing that this is an addiction is important, because awareness programs (although important) don't help the addict stop. They already know, for the most part, that what they are doing is wrong, they just cant stop.

The Power of Porn: This presentation makes a clear connection to how porn and human trafficking are connected. Porn dehumanizes women and children, thus creating the mindset that women and children are commodities to be purchased, used and discarded. I have done years of research and co-presenting with Los Angeles Child Exploitation Unit & their Porn and Red Light District Vice Squads. You can't stop human trafficking without addressing the porn issue. Porn is the sack of seeds that plants the ideas of dehumanization and objectification thus producing the fruit of trafficking in women and children. This is a two part workshop, part one deals with the problem of porn and its connection to human trafficking, and part two would be the solution.

2: Workshop "Understanding and preventing trafficking in human beings for the purpose of sexual exploitation"

(Only in German)

Dr. Ingeborg Kraus, certified psychologist and trauma therapist and
Sandra Norak, former loverboy victim and prospective lawyer 

How are people coaxed into prostitution? How are they kept there? What mechanisms are effective from a psychological point of view?  Experiences and views of a survivor and a psychotraumatologist.

"For many victims of human trafficking, it seems as if they have entered prostitution voluntarily. Very often they speak of consent, for example, in the so-called "loverboy" cases. Even Sandra Norak, as a minor, was not aware of the manipulation and deception of her loverboy. Only after exiting prostitution and a longer period of reflection did she understand that her recruitment into prostitution and exploitation was planned from the very first chat contact and that she too was a victim of human trafficking. Looking at these forms of human trafficking, it is difficult to identify the victims, even for law enforcement agencies. The public views the existence of these women in prostitution as enthusiastic sex work. Studies have shown that so-called push factors, including violence and abuse in the victims' past and the resulting trauma, are deliberately used by traffickers and abused for their sexual exploitation goals, making it much easier for them to make their victims dependent on themselves and to force them into prostitution. The report of the Federal Criminal Police Office on the Federal Situation of Human Trafficking and Exploitation 2017 reports 489 victims of human trafficking for the purpose of sexual exploitation in Germany. These figures do not reflect the reality of the situation.  It is important to see through and recognise the psychological mechanisms used by the perpetrators as well as the perpetrator ties that often result from them, because, according to a report by the European Commission, human traffickers are increasingly hiding behind the appearance of the prostitutes' independence, so that human trafficking becomes more invisible to the outside world. We have to assume that around 90% of prostitution in Germany is carried out through forms of coercion and that there are an immense number of victims of human trafficking and forced prostitution. To put it bluntly: if experts speak of 400,000 - 1,000,000 prostitutes in Germany, then we must expect hundreds of thousands of victims. Germany has not only become the brothel of Europe, but also an Eldorado for human traffickers". Dr. Ingeborg Kraus, 2019

3: Workshop and exchange of experience "Freedom Businesses and their relevance for victims of human trafficking"

(Only in German)

Daniel Ostertag, Made for Humanity e.V.

. What is a Freedom Business?
. Need for Freedom Business For Victims Of Human Trafficking
. Experience, Know-How & Inspiration from the Experience of [eyd] Humanitarian Clothing
. Insight Reintegration project for Germany of Made for Humanity
. Questions & exchange on the topic
. Possibility for exchange & networking
. Meeting point for interested parties, cooperations, supporters

Made for Humanity e.V. informs on the topic of forced prostitution and advocates the reintegration of victims of human trafficking in order to provide new perspectives for life. With a combination of schooling, training/work, psychological support and life skills (e.g. handling money, self-care etc.) women are given the chance to lead independent and self-determined lives. This is already happening in cooperation with the organisation "CHAIIM Foundation" in India and the Freedom Business [eyd] Humanitarian Clothing from Stuttgart.

Also in Germany they are advancing this topic and are planning a training and workshop house for the reintegration of women in Stuttgart.

More information to Made for Humanity under www.madeforhumanity.com

4: Discussion round and diving deeper into the "Think Tank"

(In German and in French, possible translation into English)

"How can male emancipation from sexist patterns of male behaviour  (which can lead to dissatisfaction in sexuality and to being a john) be promoted? Contents and strategies of public dissemination and financing for campaigns against sex buying".

  • Fréderic Robert,Co-founder of Zéromacho. Zeromacho is part of the French collective "Abolition", which brings together 62 groups that oppose the system of prostitution. Zeromacho is part of the international association MenEngage. Boys and Men for Gender Equality
  • Justyna Koeke, Tara da Lana, Helena Dadakou,  Sisters e.V., Artists who initiated the video action #IchBinKeinFreier  (#IAmNotAJohn) in Stuttgart
  • Johnny Nesslinger,Entrepreneur, trainer and bodyguard, who is also active against human trafficking and sex buying within his security company THE BLACK TOWER SECURITY, and he critically questions the assumed male need for prostitution.

5: PR as a Tool for Mind Change

(In English)

Presentation of best practices from IJM in the Philippines: Evelyn PingulNational Director of Communications, Advocacy and Partnerships

Tens of thousands of children in the Philippines are victims of sexual exploitation via the Internet. For a few euros they have to undress live in front of the camera. "The show" is conducted over the Internet by perpetrators, most of whom are based in western countries like Germany. This crime has only shown up on Philippine law enforcement authorities' radar within the past few years. The national team of International Justice Mission (IJM) supports them in freeing victims and effectively prosecuting cases in the future.

Targeted cooperation with "Agents of Change" - local opinion leaders and the media - plays an important role in this. Evelyn Pingul, National Director of Communications, Advocacy, and Partnerships of IJM Philippines, is responsible for this work and will take the workshop participants into the opportunities and challenges of public relations work which aims to effect urgently needed change.

Presentation of social media campaigns and the "The-Stop-App": Neil Giles, Director STOP THE TRAFFIK, Centre for Intelligence Led Prevention

The "Centre for Intelligence Led Prevention" is a platform for collecting global data on human trafficking and using it to identify so-called "hot spots". Afterwards, targeted campaigns are carried out in cooperation with local organisations, often with the help of social media. In order to be able to collect data anywhere in the world, Neil was also responsible for developing THE STOP App in cooperation with IBM. The motto is: "We can't stop what we don't see".

The preventive approach of STOP THE TRAFFIK and through the social media campaigns have already contributed a global change in awareness and perception of human trafficking. Neil will present how such a campaign is prepared and carried out and what global results and successes it has led to.

The workshop also offers the opportunity to start the preparation of such a campaign at the Hot Spot Berlin and to set up a working group.

Moderation



Frank Heinrich

Frank Heinrich, Member of the German Parliament, Deputy Spokesman of the CDU/CSU Parliamentary Group of the Committee on Human Rights and Humanitarian Aid. As a social worker and Salvation Army officer, he has been dealt with the issue of human trafficking for many years. He is co-founder of the Alliance "Gemeinsam gegen Menschenhandel" (Together against Human Trafficking) and co-editor of the book "The Repressed Scandal. Human Trafficking in Germany".

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